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Regeln und Tipps

Liar's Dice: die Regeln erklärt

Liar's Dice ist ein Bluff-Würfelspiel: Jeder würfelt verdeckt unter seinem Becher und sieht nur die eigenen Würfel. Reihum bietet ihr, wie viele Würfel einer Zahl mindestens am ganzen Tisch liegen, Einsen zählen als Joker. Jedes Gebot muss höher sein. Wer es nicht glaubt, ruft „Lüge!“. Wer falsch liegt, verliert einen Würfel. Der Letzte mit Würfeln gewinnt.

Papierschnitt: Drei Piraten würfeln unter Bechern auf einem Fass, darüber fliegt ein Papagei
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Was ist Liar's Dice?

Liar's Dice ist ein altes Volksspiel, das in vielen Ländern unter eigenen Namen gespielt wird. In Südamerika heißt es Perudo, und wer nach Perudo Regeln spielt, spielt fast genau das, was hier steht. Das Prinzip ist immer gleich: Alle würfeln geheim, alle schätzen, und wer am frechsten lügt, ohne erwischt zu werden, bleibt am längsten im Spiel.

Unter den Würfelspielen, bei denen Lügen ausdrücklich erlaubt ist, ist es der Klassiker. Glück beim Würfeln hilft, entscheidend ist aber etwas anderes: ein gutes Gefühl für Zahlen und ein ruhiges Gesicht. Wer gern blufft, mag vermutlich auch das Imposter-Spiel. Weitere Spiele mit Würfeln findest du in unserer Übersicht der Würfelspiele für den Spieleabend.

Liar's Dice Regeln in sieben Schritten

  1. Verdeckt würfeln. Jeder hat fünf Würfel und einen Becher. Alle schütteln gleichzeitig, stülpen den Becher auf den Tisch und schauen vorsichtig darunter. Du siehst nur deine eigenen Würfel, von den anderen nur, wie viele sie noch haben.
  2. Einsen sind Joker. Eine Eins zählt für jede andere Augenzahl mit. Wer eine Eins und zwei Vieren hat, hat also drei Vierer.
  3. Bieten. Wer anfängt, nennt eine Anzahl und eine Augenzahl, etwa „fünf Vierer“. Gemeint ist: Am ganzen Tisch liegen mindestens fünf Vieren, Einsen mitgezählt. Das erste Gebot einer Runde darf nicht auf Einsen sein.
  4. Erhöhen. Der Nächste im Uhrzeigersinn muss höher bieten: mehr Würfel mit beliebiger Augenzahl oder gleich viele mit höherer Augenzahl. Nach „fünf Vierer“ geht also „fünf Sechser“ oder „sechs Zweier“, aber nicht „fünf Dreier“.
  5. Auf Einsen und zurück wechseln. Einsen sind seltener, weil sie nur für sich selbst zählen. Wer auf Einsen wechselt, braucht deshalb nur die Hälfte der Anzahl, aufgerundet: Nach „sieben Vierer“ reichen „vier Einsen“. Wer von Einsen zurückwechselt, braucht das Doppelte plus eins: Nach „vier Einsen“ müssen es mindestens neun einer anderen Zahl sein.
  6. Lüge oder Genau. Statt zu bieten, kannst du das letzte Gebot anzweifeln und „Lüge!“ rufen. Alle heben die Becher, gezählt wird die gebotene Zahl samt Einsen. Liegen mindestens so viele, verlierst du einen Würfel, sonst der Bieter. Oder du rufst „Genau!“, wenn du glaubst, dass exakt so viele liegen. Stimmt das, bekommst du einen Würfel zurück, höchstens bis fünf. Sonst verlierst du einen.
  7. Würfel verlieren, Letzter gewinnt. Ein verlorener Würfel kommt aus dem Spiel. Wer einen Würfel verloren hat, beginnt die nächste Runde. Wer keinen mehr hat, ist raus und schaut zu. Der Letzte mit Würfeln gewinnt.

Manche Runden lassen die nächste Runde von der Person neben dem Verlierer beginnen, manche spielen ganz ohne „Genau!“. Legt das vor der ersten Runde fest, dann gibt es später keinen Streit.

Ein Beispiel, durchgerechnet

Anna, Ben, Cleo und Dana haben je fünf Würfel, am Tisch liegen also 20. Dana schaut unter ihren Becher: Eins, Drei, Drei, Fünf, Sechs. Sie hat drei Dreier, denn die Eins zählt mit.

  1. Anna eröffnet mit „vier Fünfer“. Sie hat zwei Fünfen und eine Eins, also drei Fünfer. Das Gebot ist vorsichtig.
  2. Ben erhöht auf „fünf Fünfer“, einen Würfel mehr.
  3. Cleo bietet „fünf Sechser“: gleich viele Würfel, höhere Augen. Das ist auch höher.
  4. Dana rechnet. Unter den 15 fremden Würfeln zeigt im Schnitt ein Drittel eine Drei oder eine Eins, das sind etwa fünf. Mit ihren eigenen drei kommt sie auf ungefähr acht. Sie bietet „sechs Dreier“ und fühlt sich sicher.
  5. Anna wechselt auf Einsen. Die Hälfte von sechs sind drei, also bietet sie „drei Einsen“.
  6. Ben wechselt zurück. Doppelt plus eins sind sieben. Er bietet „sieben Dreier“.
  7. Cleo ruft „Lüge!“ Sie selbst hat zwei Einsen, also zwei Dreier. Mit dem Drittel der fremden Würfel kommt auch sie auf etwa sieben. Das Gebot liegt genau im Schnitt, sie wagt es trotzdem.

Alle heben die Becher. Anna hat eine Eins und eine Drei, Ben zwei Dreien, Cleo zwei Einsen, Dana eine Eins und zwei Dreien. Zusammen sind das neun Dreier. Das Gebot stimmt, Cleo verliert einen Würfel und beginnt die nächste Runde mit vier Würfeln.

Die Lehre daraus: Ein Gebot, das genau im Schnitt liegt, ist etwa so sicher wie ein Münzwurf. „Lüge!“ lohnt sich erst, wenn das Gebot deutlich darüber liegt.

Wie wahrscheinlich ist ein Gebot? Die Faustregel

Jeder Würfel zeigt mit der Wahrscheinlichkeit von einem Sechstel eine bestimmte Zahl. Weil die Eins als Joker mitzählt, kommt ein zweites Sechstel dazu. Zusammen sind das zwei Sechstel, also ein Drittel. Daraus ergibt sich die Faustregel:

Deine passenden Würfel zählen, dazu ein Drittel der fremden Würfel. Das ist der Schnitt am Tisch.

Für Einsen gilt nur ein Sechstel, denn sie haben keinen Joker. Genau deshalb braucht ein Gebot auf Einsen nur die halbe Anzahl.

Fremde WürfelIm Schnitt eine Zahl (mit Einsen)Im Schnitt Einsen
5knapp 2knapp 1
10gut 3knapp 2
1552 bis 3
20knapp 7gut 3
25gut 8gut 4
35knapp 12knapp 6

Der Schnitt ist keine Garantie. Bei 15 fremden Würfeln liegen in gut acht von zehn Runden zwischen drei und sieben passende darunter. Ein Gebot zwei über dem Schnitt ist also schon gewagt, drei darüber fast immer ein Bluff. Und denk daran, dass die anderen mit ihren Geboten etwas verraten: Wer immer wieder auf Vierer geht, hat vermutlich welche. Oder will genau das glauben machen.

Varianten

Palifico, der letzte Würfel. Wer zum ersten Mal auf einen einzigen Würfel fällt, eröffnet die nächste Runde, und in dieser Runde gibt es keine Joker. Die Einsen zählen nur für sich. Außerdem bleibt die Augenzahl des ersten Gebots bis zum Ende der Runde gleich, es steigt nur noch die Anzahl. Das gibt dem Spieler mit einem Würfel eine faire Chance, denn alle anderen tappen genauso im Dunkeln.

Weniger Würfel. Mit drei statt fünf Würfeln je Person ist eine Partie in wenigen Minuten vorbei. Das passt, wenn ihr erst einmal reinschnuppern wollt oder viele Leute am Tisch sitzen.

Ohne Joker. Wer es schlicht mag, lässt die Einsen einfach Einsen sein. Dann zeigt nur noch ein Sechstel der fremden Würfel die gebotene Zahl, und die Gebote bleiben kleiner. Der Wechsel auf Einsen entfällt.

Ohne „Genau!“. Für die erste Partie mit Einsteigern reicht „Lüge!“. „Genau!“ kommt dazu, sobald alle die Faustregel im Kopf haben.

Was ihr braucht

Für jede Person fünf gewöhnliche Würfel und einen Becher, durch den man nicht hindurchsehen kann. Ein Kaffeebecher aus Pappe oder ein umgedrehter Joghurtbecher tut es auch. Dazu einen Tisch, an dem alle sitzen können, ohne dem Nachbarn unter den Becher zu schielen. Ab zwei Personen geht es, richtig lebendig wird es ab vier. Mit mehr als sechs Leuten dauert eine Partie mit Bechern spürbar länger.

Liar's Dice klappt auch als Würfelspiel zu zweit, dann wird es ein Duell mit viel Kopfrechnen. Mehr Ideen für zwei findest du bei den Spielen zu zweit, und wie ihr einen ganzen Abend rund um solche Spiele plant, steht in unserem Artikel zum Spieleabend.

In GameClique heißt es Flunkerbecher

In der App spielt ihr Liar's Dice als Flunkerbecher. Papierpiraten sitzen auf einem Schiffsdeck aus Pappe, jeder hat seinen Würfelbecher, und auf der Eins jedes Würfels sitzt ein Papagei. Er ist der Joker und zählt für jede Zahl mit. Wer „Lüge!“ ruft, lässt den Papagei krächzen, und wer einen Würfel verliert, sieht ihn über Bord gehen.

Jeder sieht seine Würfel auf dem eigenen Handy, niemand kann schielen, und niemand muss Becher mitbringen. Ihr spielt mit 2 bis 8 Handys. Einer öffnet einen Raum, die anderen treten mit dem Code oder dem QR-Code bei. Die App achtet darauf, dass jedes Gebot höher ist, zählt beim Aufdecken und sagt, wer einen Würfel verliert.

Beim Bieten zeigt eine kleine Zeile, wie viele Würfel dieser Augenzahl im Schnitt am Tisch liegen, etwa „Im Schnitt liegen etwa 7 Vierer am Tisch“. Dahinter steckt genau die Faustregel von oben: deine eigenen Würfel gezählt, von jedem fremden Würfel ein Drittel. So lernt man das Schätzen nebenbei.

Beim ersten Start fragt die App „Erst eine Übungsrunde?“. In der Einführungsrunde haben alle dieselben Würfel, und bei jedem Gebot steht dabei, warum es erlaubt ist: mehr Würfel, höhere Augen, Wechsel auf Papageien und zurück. Dann folgen ein Bluff, der Ruf „Lüge!“ und zum Schluss die Erklärung zu „Genau!“. Die Übung zählt nicht.

Gratis spielt ihr zwei Partien am Tag mit bis zu vier Handys und den klassischen Regeln samt Einführung, die zählt nicht. Mit Plus spielt ihr unbegrenzt, seid bis zu acht Handys und bekommt zwei Varianten: Letzter Würfel, bei dem wie beim Palifico eine Runde ohne Joker gespielt wird und nur die Anzahl steigt, und Kurze Runde mit drei statt fünf Würfeln. Plus braucht nur der Gastgeber, mitspielen kostet nie etwas.

Noch mehr Würfelspiele aus der App: das taktische Duell Würfelritter, das Legespiel Knucklebones und der Kneipenklassiker Zehntausend. Alle 30+ Spiele stehen in der Übersicht der Partyspiele.

Häufige Fragen

Wie viele Spieler braucht man für Liar's Dice?

Ab zwei Leuten geht es, dann wird es ein Duell mit viel Rechnen. Am meisten Spaß macht es mit vier bis sechs, weil dann genug Würfel am Tisch liegen, um gut zu bluffen. In GameClique spielt ihr als Flunkerbecher mit zwei bis acht Handys, gratis bis vier und zwei Partien am Tag.

Was ist der Unterschied zwischen Liar's Dice und Perudo?

Kaum einer. Perudo ist der südamerikanische Name für dasselbe Spiel mit Einsen als Joker, dem Wechsel auf Einsen, „Lüge“ und „Genau“. Unter dem Namen Liar's Dice laufen daneben auch einfachere Fassungen ohne Joker. Wichtig ist nur, dass sich eure Runde vor dem Start auf eine Fassung einigt.

Muss man bei Liar's Dice lügen?

Nein, aber es hilft. Du kannst auch nur ehrlich bieten, was deine Würfel hergeben. Dann durchschauen dich die anderen allerdings schnell. Wer ab und zu auf eine Zahl bietet, die er gar nicht hat, lockt die anderen auf eine falsche Spur und wird schwerer lesbar.

Was passiert bei „Genau!“, wenn man noch alle fünf Würfel hat?

Mehr als fünf Würfel gibt es nicht. Liegt dein „Genau!“ richtig und du hast noch alle fünf, bekommst du keinen dazu, verlierst aber auch keinen. Liegst du falsch, verlierst du wie sonst einen Würfel. Deshalb lohnt sich „Genau!“ vor allem, wenn du schon Würfel verloren hast.

Kann man Liar's Dice am Handy spielen?

Ja. In GameClique heißt es Flunkerbecher: Jeder sieht seine Würfel auf dem eigenen Handy, die App prüft die Gebote und zählt beim Aufdecken. Eine Einführungsrunde erklärt alles Schritt für Schritt. Gratis zwei Partien am Tag mit bis zu vier Handys, mit Plus unbegrenzt, bis acht Handys und zwei Varianten.

App für iPhone und Android

Flunkerbecher in GameClique

Liar's Dice ohne Becher und ohne Schielen. Jeder sieht nur seine eigenen Würfel, die App zählt beim Aufdecken.

  • 2 bis 8 Handys, Beitritt per Code oder QR-Code. Gratis bis vier Handys, zwei Partien am Tag.
  • Der Papagei auf der Eins ist Joker. Die App prüft, ob jedes Gebot höher ist.
  • Eine Hilfezeile zeigt, wie viele Würfel einer Zahl im Schnitt am Tisch liegen.
  • Einführungsrunde mit Erklärungen. Mit Plus unbegrenzt, bis acht Handys und die Varianten Letzter Würfel und Kurze Runde.

Bald verfügbar

Die Werkzeuge sind gratis und ohne Werbung. Alle spielen mit der kostenlosen App. Einer zahlt, alle spielen.

Mit dem Handy scannen und die App laden

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